2012

Schmerzbezogene Krankengeschichte (Anamnese)

Das wichtigste Instrument in der Diagnostik von TMD ist die ausführliche und systematische Erhebung der Krankengeschichte. Zunächst bedarf es natürlich einer allgemeinen Anamnese zur gesamten Gesundheit. In der dann folgenden speziellen Schmerzanamnese werden die Patienten über Beginn, Verlauf, Art und Begleitumstände der TMD-Beschwerden befragt werden. Wo tut es weh? Wie lange? Wie stark ist der Schmerz bzw. die Beeinträchtigung? Wie ist die Qualität der Schmerzen, z.B. brennend oder dumpf)? Wie ist der zeitliche Verlauf – immer gleich, abhängig von Tageszeit oder sonstigen Umständen)? Welche lindernde oder verstärkende Faktoren sind bekannt? Welche therapeutischen Maßnahmen haben bis jetzt stattgefunden? Mit welchem Effekt? Gibt es weitere schmerzhafte Beschwerden in anderen Körperregionen? Nicht zuletzt gehört zur Anamnese wie immer bei chronischen Schmerzen eine kurze Befragung zur beruflichen und familiären Situation.

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Kiefergelenk

Das Kiefergelenk ist das paarige Gelenk, das den Unterkiefer mit dem Schädel verbindet. Funktionell ist es ein Dreh-Gleitgelenk, das den Gelenkköpfen des Unterkiefers, den Kondylen, sowohl Rotations- als auch Translationsbewegungen ermöglicht. Einmalig im menschlichen Körper ist beim Kiefergelenk, dass zwei Gelenke durch den steifen Unterkiefer so verbunden sind, dass Bewegung im einen Gelenk immer von einer entsprechenden Bewegung im anderen Gelenk begleitet wird.

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Dauerhafte Behinderung durch Kiefergelenk?

Schmerzhafte Beschwerden der Kiefergelenke – wie auch der Kaumuskulatur – verschwinden in aller Regel auch ohne Behandlung wieder. Dauerhafte, chronische Beschwerden mit Kiefergelenks- oder Kaumuskeldiagnosen sind eher selten. Während eine Hüftarthrose einen Menschen in den Rollstuhl zwingen kann, ist die Arthrose des Kiefergelenks bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte ein fast normaler und im Übrigen meistens harmloser Befund. Grundsätzlich könnnen Patienten mit TMD also ganz gelassen auf das spontane Verschwinden der Beschwerden warten. Therapie kann diesen Prozess nach Bedarf unterstützen, ist aber nur in so weit notwendig, wie Patienten dies persönlich wünschen.

Hinter der eher seltenen Chronifizierung stehen oft psychische Belastungsfaktoren wie Depression, Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung und Somatisierung. Diesen Hintergrund gilt es in der Diagnose und in der Therapie zu berücksichtigen, was leider oft nicht geschieht.


Messung der psychischen Belastung

Bereits während der strukturierten, schmerzbezogenen Erhebung der Krankengeschichte werden mit etwas Empathie und Verständnis psychische Belastungen des Patienten bemerkt. Diese sollten grundsätzlich immer im Rahmen der Basisdiagnostik mit einem kurzen Fragebogen erfasst werden, dem GCS-D (Graduierung chronischer Schmerzen, deutsche Version). Dieser enthält nur 7 unverfängliche Fragen und kann problemlos in der Zahnarztpraxis eingesetzt werden. Der GCS-D ermöglicht eine Unterteilung der Schmerzpatienten in “funktionalen” und “dysfunktionalen” Schmerz. bei der letzten Gruppe hat der Schmerz bereits zu Veränderungen des beruflichen und sozialen Lebens geführt, die bei der Therapie berücksichtigt werden müssen.

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Magnetresonanztomogramm

Das Magnetresonanztomogramm, abgekürzt MRT, ist ein hochauflösendes, bildgebendes Verfahren. Es beruht nicht auf Röntgenstrahlen, sondern auf der Anwendung starker Magnetfelder. Auch über 20 Jahren nach Einführung des MRT sind bis heute keine unerwünschten Wirkungen des MRT bekannt geworden, so dass es als eine sehr sichere diagnostische technik gelten kann. Anders als beim Röntgen lassen sich im MRT nicht nur Knochen, sondern auch Weichgewebe darstellen, z.B. Muskeln, Gelenkkapseln, Gelenkscheiben (Diski), Sehnen und Bänder.

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