Die erste international wahrgenommene, “funktionskieferorthopädische” Zahnspange, Publikation 1935 durch V. Andresen. Der herausnehmbare Aktivator umfasst beide Zahnbögen gleichzeitig und wird so hergestellt, dass er den Unterkiefer verlagert. Lange Zeit glaubten viele Kieferorthopäden, mit einer solchen Zahnspange dass Wachstum des Unterkiefers steuern zu können. Eine bleibende Beeinflussung des Wachstums ist jedoch, wie man heute weiß, kaum in der Größenordnung eines Millimeters möglich. Die Therapieeffekte des Aktivators sind daher letzten Endes nicht von denen festsitzender Zahnspangen zu unterscheiden. Da der Aktivator stark beim Sprechen hindert und deshalb sozial sehr belastend ist, tragen die meisten Patienten diese Zahnspange nicht ausreichend, so dass 30-50% der Behandlungen mit Misserfolg enden. Auch wenn Andresens Hypothesen sich damit als Trugschluss erwiesen haben, ist der Aktivator in Deutschland immer noch eine der beliebtesten Zahnspangen – zumindest bei den Kieferorthopäden, weniger bei ihren jungen Patienten.
In den 50er und 60er Jahren hat jeder deutsche Kieferorthopäde, der etwas auf sich hielt, eine eigene Doppel-Zahnspange unter seinem Namen vorgestellt, die doch nur alle Variationen des Aktivators ohne wirkliche Wirkungsunterschiede waren. Hierzu zählen der Bionator nach Balters, der ein etwas verkleinerter Aktivator ist, der elastisch-offene Aktivator nach Klammt und der Gebissformer nach Bimler (beides skelettierte Aktivatoren mit vielen Drahtelementen) und der U-Bügel-Aktivator nach Karwetzky, ein zweigeteilter, durch einen U-förmigen Draht verbundener Aktivator (die Liste solcher Zahnspangen ließe sich beliebig fortsetzen und ist mehr ein Jahrmarkt persönlicher Eitelkeit als eine Bereicherung der kieferorthopädischen Behandlung). Ein Außenseiter ist in dieser Reihe der Funktionsregler nach Fränkel, der nur noch aus Drähten und Plastikschilden im Mundvorhof besteht. Dieser vereint besondere Lästigkeit mit höchster Ineffizienz, hat unter Kieferorthopäden gleichwohl seine Fans.
Während alle vorgenannten Zahnspangen veraltet sind und Kindern nicht mehr zugemutet werden sollten, ist die große Ausnahme die Kombination des Aktivators mit einem Headgear. Wieder haben verschiedene Autoren ihre eigenen Aktivator-Headgear Kombinationen publiziert (Teuscher-Aktivator, Van Beek-Aktivator, Bass-Apparatur, Hansaplatte usw. usf.) Diese Apparate haben durch den Hochzug-Headgear ein zusätzliches Wirkprinzip und sind so effizient, dass selbst mit nur nächtlichem Tragen fast jeder Rückbiss mit vernünftiger Behandlungszeit korrigiert werden kann.
Ebenso eine auch heute noch vertretbare Doppel-Zahnspange ist der Twinblock, der allerdings den ganzen Tag getragen werden muss, dann aber zu sehr kurzen Behandlungszeiten führt.
Die Vermessung von Schädel, Kiefern und Zähnen am – Ceph, dem seitlichen Schädelröntgen, seltener auch am p.a.-Schädelröntgenbild. Siehe kritischen Kommentar unter – Ceph.