Die menschlichen Zähne wandern lebenslang mit geringem Tempo nach vorne, wodurch sich bei den meisten Menschen stetig zunehmende Engstände der Frontzähne entwickeln. Dies ist ein natürliche Entwicklung, die keine erkennbaren Ursachen hat. Am deutlichsten macht sich diese Entwicklung im 2. und 3. Lebensjahrzehnt bemerkbar, um dann langsam an Fahrt zu verlieren, ohne je ganz aufzuhören.
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Themenbereich: Service » Häufige Fragen
2011
Zahnschäden durch feste Zahnspangen?
Bei jeder kieferorthopädischen Behandlungen entstehen auch gesundheitliche Risiken. Praktisch kaum zu vermeiden ist das Entstehen von kleinen Schäden an den Zahnwurzeln, sogenannten Wurzelresorptionen. Diese treten sowohl bei herausnehmbaren als auch bei festsitzenden Zahnspangen auf, bei den letzteren vielleicht etwas mehr. Zum Glück sind diese Wurzelschäden normalerweise sehr gering, werden zum Teil wieder repariert und sind im Röntgenbild nicht zu sehen. Nur bei etwa 10% der Fälle ist am Ende der Behandlung eine deutliche Verkürzung der Wurzeln wahrzunehmen, die jedoch in der Regel ohne weitere Folgen bleibt. Zahnverlust durch Wurzelresorptionen ist theoretisch denkbar, aber in unserer Praxis noch nie vorgekommen.
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Normale Ernährung mit festen Zahnspangen?
Mit festsitzenden Zahnspangen ist grundsätzlich eine ganz normale Ernährung möglich. Einschränkungen bestehen nur bei sehr harten Lebensmitteln, z.B. große Nüsse, dicke Karotten, harte Äpfel oder manche Gebäcksorten wie altes, hart gewordenes Brot. Selbst auf diese Lebensmittel muss man jedoch nicht verzichten, sondern diese einfach etwas klein schneiden, damit beim Kauen nicht einzelne Brackets überlastet werden und abbrechen. Viele Kieferorthopäden verbieten ihren jungen Patienten auch noch das Kaugummikauen, was wenig verständlich ist, da Kaugummi nicht gerade ein hartes Lebensmittel ist (es ist übrigens klar, dass sich die jungen Patienten an dieses Verbot in der Regel nicht halten). Unsere Patienten jedenfalls dürfen Kaugummi kauen.
Was tun bei Bruch/Defekt von festen Zahnspangen?
Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei Bruch und Defekt den eigenen Kieferorthopäden aufzusuchen. Ist dies nicht möglich, geht zur Not auch ein anderer Kieferorthopäde, Zahnarzt oder der zahnärztliche Notdienst. Letztere reparieren die festen Spangen natürlich nicht, aber können zumindestens hervorstechende oder wackelnde Teile mit einem Bohrer entfernen, damit man wieder normal essen und sprechen kann. Von Experimenten mit Werkzeugen aus dem heimischen Werkzeugkasten ist generell wegen der Verletzungsgefahr abzuraten, auch wenn handwerklich geschickte Patienten oder Eltern gelegentlich erstaunliche Leistungen vollbringen.
Alternativmedizin?
Die Alternativmedizin erfreut sich aus unterschiedlichen Gründen zunehmender Beliebtheit. Tatsächlich können die meisten gesundheitlichen Störungen mit alternativmedizinischen Verfahren günstig beeinflusst werden, auch wenn sich hinter diesen oft verblüffenden Wirkungen doch meistens nichts anderes als der gute, alte Placeboeffekt und die “Droge Arzt” verbergen – dagegen ist wirklich nichts einzuwenden.
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Behandlungsdauer von Kieferorthopädie?
Wir unterscheiden zwischen der aktiven Behandlung, während der die Zähne bewegt werden, und der anschließenden Retentionsphase, in der die Zähne in ihren neuen Positionen gehalten werden.
Die Dauer der aktiven Behandlung hängt von der Behandlungsaufgabe ab: lediglich zwei gedrehte Schneidezähne gerade zu stellen kann in drei Monaten getan sein, während eine umfassende aktive Behandlung meistens ein bis zwei Jahre dauert, in wenigen Einzelfällen auch länger. Aktive Behandlungszeiten über zwei Jahre sollten bei guter Behandlungsplanung nur ausnahmsweise vorkommen.
Behandlungsnotwendigkeit?
Für die Patienten steht der Wunsch, besser auszusehen, bei der Entscheidung für eine kieferorthopädische Behandlungen klar an erster Stelle. Darüber hinaus gibt es auch einen gewissen gesundheitlichen Nutzen mancher kieferorthopädischer Behandlungen. Dieser Nutzen ist jedoch in der Vergangenheit weit überschätzt – man möchte fast sagen: dramatisiert – worden. Heute ist es der Stand der Wissenschaft, dass der gesundheitliche Nutzen der meisten kieferorthopädischen Behandlungen eher gering ist.
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DAMON-Brackets – die Rettung in allen Lebenslagen?
Normalerweise werden die Drähte an den Brackets der festen Zahnspangen mit kleinen Elastiks oder Drahtligaturen befestigt. Seit etwa 1970 sind immer neue sogenannte selbstligierende Brackets entwickelt worden, bei denen dies nicht mehr notwendig ist, sondern ein Klapp- oder Gleitmechanismus im Bracket den Draht festhält. Sicher ist, dass die besseren unter den selbstligierenden Brackets die Zeit für den Drahtwechsel erheblich verkürzen, was für Patient und Behandler ein Vorteil ist. Theoretisch sollten auch die Behandlungszeiten kürzer werden, weil die Reibung zwischen Bracket und Draht verringert ist.
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Müssen Zähne gezogen werden?
Grundsätzlich könnte man jede kieferorthopädische Behandlung ohne Zähneziehen durchführen, und der Erhalt aller Zähne ist auch für uns ein vollkommen verständlicher Wunsch. Die meisten unserer Patienten weisen einen Platzmangel der Frontzähne auf. Bis ca. 5mm Platzmangel ist meistens unproblematisch ohne Zähneziehen zu behandeln, darüber wird es aber oft kritisch. Den Platzmangel könnte man zwar theoretisch immer durch Expansion der Zahnbögen behandeln: das bedeutet, alle Zähne durch den Kieferknochen nach außen kippen, bis die Zahnbögen groß genug sind, um alle Zähne einzuordnen. So können alle vorderen Zähne erhalten bleiben, jedoch entstehen für die so behandelten Patienten in manchen Fällen erhebliche andere Nachteile!
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Herausnehmbare oder feste Zahnspange?
Herausnehmbar oder festsitzend keine echte Alternative, denn die Zahnspangen haben eine sehr unterschiedliche Leistungsfähigkeit.
Mit herausnehmbaren Geräten dauern die Behandlungen in der Regel viel länger, und es können oft nur unbefriedigende Kompromissergebnisse erreicht werden, weil viele Zahnbewegungen mit diesen Geräten schwierig oder vollkommen unmöglich sind. Dazu sind die herausnehmbaren Geräte für die Patienten belastend, weil sie beim Sprechen hinderlich sind, und werden daher meistens nicht ausreichend getragen. Es ist bekannt, dass zwischen einem Drittel und der Hälfte der Behandlungen mit herausnehmbaren Zahnspangen mit Abbruch oder Misserfolg enden, und das oft nach jahrelanger, frustrierender Behandlung. Eigentlich kann das niemand wollen: höhere Belastung, längere Behandlungszeit, schlechtere Ergebnisse – vor diesem Hintergrund ist es schon fast ein Rätsel, warum es herausnehmbare Spangen überhaupt noch gibt!