Leserbrief zu: Kochel J, Meyer-Marcotty P, Witt E, Stellzig-Eisenhauer A. Die Effektivität des Bionators in der Klasse-II-Therapie: Eine vergleichende Langzeitstudie. Fortschr Kieferorthop 2012, Band 73, S. 91-103 Journal of Orofacial Orthopedics/Fortschritte der Kieferorthopädie 2013, Band 74, S. 75-76

Leider wird immer wieder versucht, besonders gute Studienergebnisse zu erreichen, indem aus einer großen Menge behandelter Patienten nur die besonders guten Fälle nachuntersucht werden. Durch solches „Rosinenpicken“ kann man dann sehr gute Studienergebnisse präsentieren. So geartete Arbeiten sind jedoch das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind: sie geben nur wieder, wie eifrig die Damen und Herren Forscher selektiert haben. Die Ergebnisse können aber niemals auf die Praxis übertragen werden, in der man mit jeder Apparatur unterschiedlich gute Ergebnisse erzielt.
Der Leserbrief weist auf einen krassen Fall dieses „Rosinenpickens“ und auf weitere Schwächen einer Bionator-Studie hin, die im offiziellen Journal der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie veröffentlicht wurde. Die kritisierte Arbeit ist eine Irreführung der Fachöffentlichkeit. Es ist ein Armutszeugnis, dass allgemein akzeptierte wissenschaftliche Standards in Deutschland nicht zu gelten scheinen.

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