Zahnschäden durch feste Zahnspangen?

Kieferorthopädischen Behandlungen sind immer mit gesundheitliche Risiken verbunden. Erstes und häufigstes Risiko sind Entkalkungen des Zahnschmelzes rund um die Klebebrackets der festen Zahnspange. Diese können von weißen und braunen Verfärbungen bis zur vollständigen Karies voranschreiten. Da dies häufig an den Schneidezähnen geschieht, können ausgeprägte Entkalkungen für den Rest des Lebens sehr häßlich aussehen. Wenig ausgeprägte weißliche Verfärbungen können nach der Behandlung dagegen wieder verschwinden. Dabei entstehen diese Schmelzschäden nur durch schlechte Zahnpflege und nicht entfernten Zahnbelag. Es gehören aber meistens zwei dazu, damit schwere Schäden entstehen: ein Kieferorthopäde, der nicht auf die Mundhygiene seiner Patienten achtet, und ein Patient, dem diese ebenso egal ist. Wir sehen in unseren kieferorthopädischen Praxis nur wenige Entkalkungen, weil wir sehr auf gute Zahnpflege achten, und zwar ebenso vor Behandlungsbeginn als auch während der Behandlung.

Zweites Risiko ist das Entstehen von kleinen Schäden an den Zahnwurzeln, den sogenannten Wurzelresorptionen. Diese treten sowohl bei herausnehmbaren als auch bei festsitzenden Zahnspangen auf, bei den letzteren wahrscheinlich etwas mehr. Zum Glück sind diese Wurzelschäden normalerweise sehr gering, werden zum Teil wieder repariert und sind dann im Röntgenbild nicht zu sehen. Nur in etwa 10% der Fälle ist am Ende der Behandlung im Röntgenbild eine deutliche Verkürzung der Wurzeln zu erkennen, die jedoch in der Regel ohne weitere Folgen bleibt. Zahnverlust durch Wurzelresorptionen ist theoretisch denkbar, aber in unserer Praxis noch nie vorgekommen und selbst in der Fachliteratur nicht zu finden. Als Ursache wird oft die Anwendung zu großer Kräfte während der Behandlung angegeben. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, weil Wurzelresorptionen auch bei sehr schwachen Kräften entstehen können. Wahrscheinlich gibt es einfach bei einigen Menschen eine ererbte Disposition für Wurzelresorptionen.

Drittes Risiko ist die Schädigung des Kieferknochens, der die Zahnwurzeln umgibt. Bei den meisten kieferorthopädischen Behandlungen werden die Zähne nach außen geneigt, wodurch unvermeidlich der Kieferknochen auf der Außenseite etwas dünner wird. In den Jahren nach Abschluß der kieferorthopädischen Behandlung erhöht sich dadurch das Risiko, dass sich der Knochen auf der Außenseite der Zahnwurzeln zurückzieht, mit den Folgen Zahnfleischrückgang und freiliegende Zahnhälse. Dadurch fallen die Zähne zwar nicht aus, jedoch können freiliegende Zahnhälse sich unangenehm anfühlen, unästhetisch aussehen und schwer zu reinigen sein.

Die hauptsächlichen Risiken kieferorthopädischer Behandlungen, Schmelzentkalkungen und Wurzelresorptionen, nehmen mit der Dauer der Behandlung zu. Dies erklärt, warum unsere kurze Behandlungszeiten auch gesünder für die Patienten sind.