Wie lange dauern kieferorthopädische Behandlungen?

In der Kieferorthopädie wird unterschieden zwischen der aktiven Behandlung, während der die Zähne bewegt werden, und der anschließenden Retentionsphase, in der die Zähne in ihren neuen Positionen gehalten werden. Sprechen Kieferorthopäden von der Behandlungsdauer, ist normalerweise allein die aktive Behandlungszeit gemeint.

Die Dauer der aktiven Behandlung hängt von der Behandlungsaufgabe ab: lediglich zwei gedrehte Schneidezähne gerade zu stellen kann in drei Monaten getan sein, während eine umfassende aktive Behandlung zwischen 9 Monaten und zwei Jahren dauert, in wenigen Einzelfällen auch länger. Aktive Behandlungszeiten über zwei Jahre sollten bei guter Behandlungsplanung nur ausnahmsweise vorkommen.

Die durchschnittliche Behandlungszeit bei Kindern und Jugendlichen in unseren Praxen beträgt ca. 18 Monate, also etwa ein und ein halbes Jahr. Die durchschnittliche Behandlungsdauer in Deutschland liegt dagegen bei 3 Jahren, also etwa bei dem Doppelten. Das liegt vor allem daran, dass die kieferorthopädischen Behandlungen in Deutschland oft viel zu früh begonnen werden. Viel zu früh heißt im Grundschulalter, wenn noch zahlreiche Milchzähne vorhanden sind, und für eine rationale kieferorthopädische Behandlung kein guter Zeitpunkt ist. Der zweite Grund für die auffällig langen Behandlungszeiten in Deutschland ist die weit verbreitete, unbedachte Anwendung ineffizienter herausnehmbarer Zahnspangen.

Unsere durchschnittliche Behandlungszeit für ästhetische Behandlungen der Frontzähne bei Erwachsenen liegt bei 8 Monaten, also deutlich unter einem Jahr. Auch hier wissen wir, dass die Behandlungszeiten in anderen Praxen oft wesentlich länger sind. Umfassende Erwachsenenbehandlungen mit Bisskorrektur, Zahnextraktionen oder anderen komplexen Maßnahmen dauern bei uns im Durchschnitt ebenfalls etwa 18-21 Monate, also kaum länger als bei den jungen Patienten.

Die Länge der Retentionsphase variiert ebenfalls stark, jedoch hat sich die lebenslange Dauerretention mit einem festsitzen Retainer, der auf die Innenseite der Frontzähne geklebt wird, sehr bewährt. Die festsitzenden Retainer brauchen aber nicht regelmäßig kontrolliert werden, so dass keine Besuche in der Praxis dafür notwendig sind.

Aus zwei Gründen legen wir größten Wert darauf, die kürzestmöglichen Behandlungszeiten für unsere Patienten zu erreichen. Erstens haben kieferorthopädische Behandlungen gewisse Risiken, insbesondere Zahnentkalkungen und Wurzelschäden. Beide Risiken werden durch eine kurze Behandlungszeit minimiert. Zweitens sind kieferorthopädische Behandlungen immer Wahleingriffe, für die sich der Patient nach Beratung durch den Kieferorthopäden frei entscheidet, die neben dem erhofften Nutzen auch verschiedene Belastungen für den Patienten mit sich bringen. Diese Belastungen reduzieren wir durch unsere kurzen Behandlungszeiten auf das notwendige Minimum. Die Behandlungszeit ist deshalb auch immer Gegenstand des Beratungsgesprächs und wird vorab auf den Monat genau genannt. Unsere Voraussagen könne wir in den meisten Fällen auch recht gut halten.