Messung der psychischen Belastung

Bereits während der strukturierten, schmerzbezogenen Erhebung der Krankengeschichte werden mit etwas Empathie und Verständnis psychische Belastungen des Patienten bemerkt. Diese sollten grundsätzlich immer im Rahmen der Basisdiagnostik mit einem kurzen Fragebogen erfasst werden, dem GCS-D (Graduierung chronischer Schmerzen, deutsche Version). Dieser enthält nur 7 unverfängliche Fragen und kann problemlos in der Zahnarztpraxis eingesetzt werden. Der GCS-D ermöglicht eine Unterteilung der Schmerzpatienten in „funktionalen“ und „dysfunktionalen“ Schmerz. bei der letzten Gruppe hat der Schmerz bereits zu Veränderungen des beruflichen und sozialen Lebens geführt, die bei der Therapie berücksichtigt werden müssen.

Ergibt sich durch die Anamnese oder den GCS-D ein Hinweis auf besondere psychische Belastungen, stehen eine Reihe von weiteren Fragebögen zur Verfügung, z.B. der HADS-D (Hospital Anxiety and Depression Scale, deutsche Version) und viele andere. Gemeinsam ist allen diesen Fragebögen, dass sie in ihrer Aussage sehr gut wissenschaftlich überprüft sind.

Starke psychische Belastungen müssen grundsätzlich im Therapiekonzept berücksichtigt werden. Leider ist dies selbst bei vielen so genannten CMD-Spezialisten nicht der Fall, die oft glauben, sich mit der somatischen (körperlichen) Seite des Problems begnügen zu können. Das sträfliche Ignorieren der psychischen Aspekte des Schmerzes ist einer der Gründe, dass CMD-Therapie oft von ungenügender Qualität ist und mehr Kosten und Aufwand als echte Hilfe bringt.