CMD: Erkrankungen der Kaumuskulatur

Die Kaumuskeln, vor allem die Kieferschließer M. masseter, M. temporalis und die Mm. pterygoidei können heftige und gelegentlich stark beenträchtigende Schmerzen entwickeln. Schmerzen der Kaumuskulatur sind etwa dreimal so häufig wie Schmerzen der Kiefergelenke. In der Fachsprache heißen sie myofasziale Schmerzen der Kaumuskulatur. Myofasziale Schmerzen können im gesamten Bewegungsapparat auftreten, am häufigsten entlang der Wirbelsäule (Rücken- und Nackenschmerzen).

Was genau in schmerzenden Muskeln passiert, ist nicht so klar wie beim schmerzhaften Gelenk. Man vermutet, dass Teile der Muskulatur durch wiederholte Fehlbelastungen überlastet werden. Dabei tritt eine schlechtere Ernährung dieser Muskelbereiche ein, ebenso eine Verkürzung und Verhärtung. Muskelschmerzen werden meistens als dumpf, ziehend und belastend empfunden.

Sie sind oft nicht gut zu lokalisieren und haben die Eigenschaft in benachbarte Strukturen auszustrahlen (übertragener Schmerz). So können Schmerzen der Kaumuskulatur z.B. in Kiefer und Zähne ausstrahlen und damit Zahnschmerzen vortäuschen. Bei schlechter Diagnosestellung können in solchen Situationen überflüssigerweise Zähne entfernt werden, was ein schwerer Kunstfehler ist.

Glücklicherweise sind Schmerzen der Kaumuskulatur in den meisten Fällen gutartig und selbstbegrenzend. Das heißt, dass sie normalerweise auch ohne Behandlung folgenlos ausheilen. Der Behandlungsbedarf richtet sich allein nach den Wünschen der Betroffenen. Bewährte Therapiemaßnahmen sind Aufklärung, Entspannungsübungen, Verhaltenstherapie, eine nachts zu tragende Aufbissschiene und Krankengymnastik.