Klebetechnik der Lingualbrackets

Letzte technische Voraussetzung für eine erfolgreiche Lingualbehandlung ist natürlich die Fähigkeit, Brackets zuverlässig nicht nur auf Zahnschmelz, sondern auf jegliches restaurative Material kleben zu können. Dafür muss die Haftfestigkeit auf so unterschiedlichen Materialien wie Komposit, Keramik, Gold und Amalgam gesichert sein. Routinemäßig werden hierfür bei allen Materialien abrasive Pulverstrahlgeräte eingesetzt, die mit 50μm starkem Aluminiumoxid für die mechanische Oberflächenvergrößerung sorgen, während in einem zweiten Arbeitsschritt mit speziellen Primern für polymere, keramische oder metallische Materialien eine chemische Retention geschaffen wird. Der Rückgriff auf orthodontische Bänder ist dagegen in der Lingualtechnik aus ästhetischen Gründen zumindest im sichtbaren Bereich nicht akzeptabel.

Beim Kleben mit der indirekten Technik muss die relative Trockenlegung des Arbeitsfeldes garantiert sein, da sonst schwache Haftwerte für eine erhöhte Bracketverlustrate sorgen. Hier hat sich das Dry-Field-System (Great Lakes Orthodontics, USA) sehr bewährt, das gleichzeitig Lippen, Wangen und Zunge abhält und eine effiziente Absaugung sichert. Eine ausreichende relative Trockenlegung kann aber auch mit konventioneller Absaugung, Watterollen und Dry-Angles erreicht werden, eventuell unterstützt durch ein speichelhemmendes Medikament (Probanthine).