Aktive Platte

Die aktive Platte ist eine herausnehmbare Zahnspange für einen Kiefer. Sie wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erdacht, und in den folgenden Jahren vor allem von A.M. Schwarz verbessert. Die aktive Platte besteht aus einem Plastikkörper, Halteelementen aus Draht und aktiven Elementen wie Federn und Schrauben. Mit aktiven Platten sind, wie generell mit herausnehmbaren Apparaten, nur sehr wenige Zahnbewegungen möglich, so dass sie sich nur für eingeschränkte Behandlungsaufgaben eignen. Noch weiter eingeschränkt wird ihr Einsatz, weil die Apparate mehr als 15 Stunden am Tag getragen werden müssten, um eine gute Wirkung zu erzielen. Tatsächlich haben Tragezeitstudien jedoch ergeben, dass Kinder diese Apparate nicht mehr als 10 Stunden tragen, so dass die aktive Platte als Behandlungsmittel fairerweise nicht mehr in Frage kommt.

Die aktive Platte ist deshalb eine obsolete, also veraltete Zahnspange. Sämtliche Behandlungsaufgaben können mit festsitzenden Apparaturen besser, schneller und für die Patienten komfortabler ausgeführt werden. Dazu kommt, dass Behandlungen mit aktiven Platten trotz all ihrer Nachteile auch noch teurer sind, als Behandlungen mit festsitzenden Apparaten. Die Verwendung der aktiven Platte erfordert jedoch vom Arzt wenig Wissen und handwerkliches Geschick. Aus diesem Grund und da die Kieferorthopäden unter dem deutschen Honorarsystem mit herausnehmbaren Zahnspangen mehr Gewinn erwirtschaften können als mit festsitzenden, sind die aktiven Platten bei den Behandlern sehr beliebt. Die Begeisterung der kleinen Patienten für ihre aktiven Platten hält dagegen in der Regel nicht lange an. Nach einigen Wochen wird die Platte in der Regel nur noch in der Hosentasche getragen und sollte dann besser passive Platte genannt werden!

Tip für Eltern: achten Sie bei der Auswahl eines Kieferorthopäden darauf, wie stark auf der Webseite die Behandlung mit aktiven Platten und anderen herausnehmbaren Zahnspangen betont wird. Wird der Darstellung der herausnehmbarer Apparate viel Text und Bild gewidmet, liegt der Verdacht nahe, dass hier ineffizient gearbeitet wird – zum Schaden Ihres Kindes!