Feste Zahnspange

Die festsitzende Zahnspange, in der Fachsprache Multibracket- oder MB-Apparatur, besteht aus aufgeklebten Brackets, gelegentlich auch zementierten Bändern sowie Drähten und anderen Hilfsteilen. Die MB-Apparatur ist das kieferorthopädische Gerät per se, mit dem sich die meisten kieferorthopädischen Behandlungen in minimaler Zeit, mit minimaler Belastung der Patienten und mit den besten Ergebnissen lösen lassen. Vorurteile gegen die MB-Apparatur bestehen vor allem in Deutschland aus der dunklen Zeit der Funktionskieferorthopädie, als man glaubte, dass herausnehmbare Geräte „irgendwie“ gesünder, ganzheitlicher oder menschenfreundlicher wären. Festsitzende Zahnspangen gibt es seit etwa 1900, und sie sind seitdem stetig weiterentwickelt worden. Moderne MB-Apparaturen sind komfortabler, hygienischer und in ihrer Wirkungsweise sanfter als die frühen Apparaturen. Trotzdem können bei schlechter Zahnpflege Entkalkungen des Zahnschmelzes und unvermeidlich gelegentlich auch Wurzelresorptionen durch die Behandlung entstehen.

Die letzten Entwicklungen sind die Einführung des vollprogrammierten Brackets (straight-wire-Apparatur), das dem Behandler viel Handarbeit erspart, und die Entwicklung der sogenannten selbstligierenden Brackets (Speed, SmartClip, Damon, In-Ovation etc.) Sicher ist, dass diese Brackets die Zeit erheblich verkürzen, die der Patient auf dem Zahnarztstuhl verbringen muss. Darüber hinaus gehende Effekte wie Beschleunigung der Behandlungen und weniger Schmerzen konnten bisher in Studien nicht bestätigt werden, sind aber stets beliebte Verkaufsargumente für selbstligierende Brackets.