Kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG)

Die Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) sind ein 2002 in Deutschland eingeführtes System zur Bewertung des Behandlungsbedarfs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Sie basieren auf dem praktisch unverändert übernommenen IOTN, einem Bewertungsindex, der in Großbritannien angewendet wird. Nicht übernommen wurde dabei allerdings die Ästhetische Komponente des (AC) des IOTN, eine visuelle Skala mit ansteigend hässlichen Zahnfotos, denen ein untersuchter Patient zugeordnet werden kann. Ziel der KIG war es, die ganz leichten und wenig umfangreichen Behandlungen aus der Leistungspflicht der GKV auszugrenzen und damit Kosten einzusparen. Typische KIG-Grenzwerte sind zum Beispiel 6mm Überbiss der Schneidezähne und 3mm Abweichung bei Platzmangel und eng stehenden Zähnen. Grundsätzlich ist die Anwendung eines solchen Bewertungsmaßstabes auch wünschenswert, damit nicht die Versicherungsbeiträge für jeden ästhetischen Sonderwunsch verbraucht werden. Andererseits werden manchmal durchaus gesundheitlich relevante oder sehr unästhetische Befunde durch die KIG ausgegrenzt, während durchaus nicht alle höheren KIG-Einstufungen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung verbunden sind. Trotzdem sind die KIG ein einigermaßen gerechtes System, mit dem sich durchaus leben lässt.