Multiloop Edgewise Archwire (MEAW)

Die Multiloop Edgewise Archwire (MEAW) Technik ist eine von Kim in Korea erdachte Technik der Behandlung mit festsitzenden Zahnspangen. Die Mulitilooptechnik wurde verbreitet und propagiert durch S. Sato aus Japan. Während normalerweise die Brackets der festsitzenden Zahnspange durch einen geraden, bogenförmigen Draht verbunden sind, mit dem die Zähne bewegt werden, wird bei der Multilooptechnik zwischen alle Seitenzähne eine zusätzliche Drahtschlaufe eingebogen, ein so genannter Loop. Solche Loops musste man in alten Zeiten sehr oft biegen, weil lange Zeit nur ziemlich steife Stahldrähte gebräuchlich waren. Loops waren daher notwendig, um die Kraft zwischen den Zähnen zu reduzieren. Durch die Einführung neuer Drahtmaterialien wie – NiTi oder – TMA ist das Biegen von Loops jedoch heute im Regelfall überflüssig geworden. Das ist auch gut so, denn Loops biegen kostet viel Arbeitszeit, die irgendjemand bezahlen muss (im Zweifelsfall stets der Patient), und Loops erhöhen den Diskomfort und die Hygieneschwierigkeiten festsitzender Spangen stark. Sato und Kim zeigen oft spektakuläre Fälle von Behandlungen des Vorbisses und des offenen Bisses, die beeindruckend sind, aber immer mit ganz konventionellen, allen Kieferorthopäden bekannten Mitteln wie Elastiks oder dem Einbiegen von Sweep behandelt sind. Unglücklicherweise behaupten diese Autoren, diese Behandlungseffekte wären auf die – mechanisch komplett überflüssigen – Loops zurückzuführen. Da viele Kieferorthopäden kein gutes Verständnis von mechanischen Grundprinzipien haben, konnte Sato in vielen Ländern eine gewisse Anhängerschaft um sich scharen. Beweise für eine besondere Wirkung seiner Multilooptechnik ist Sato allerdings bis heute schuldig geblieben, so dass der Technik die wissenschaftliche Anerkennung versagt geblieben ist. Gleichwohl ist eine eigene „wissenschaftliche“ Gesellschaft für die Anhänger der MEAW-Technik gegründet worden, die vor allem in Ostasien wirkt.