Twinblock

Der Twinblock wurde von W. Clark entwickelt und ist die letzte und vermutlich leistungsfähigste Weiterentwicklung der zahlreichen Doppelplatten. Diese sind im Prinzip in zwei Oberkiefer- und Unterkieferteile zerlegte Aktivatoren, die genau wie diese den Unterkiefer meist nach vorne bringen, um einen Rückbiss (- Distalokklusion, Angle-Klasse II) zu behandeln. Die Doppelplatten sind dafür durch ein mechanisches Element zweckmäßig verbunden. Meistens sind dies stabile Metallsporne wie bei den älteren Platten mit Müller-Dornen oder der jüngeren Vorschubdoppelplatte. Vorteil der Doppelplatten ist meistens eine etwas geringere Sprachbehinderung durch verringertes Volumen und die Tatsache, dass sie den Unterkiefer auch bei leichter Mundöffnung noch vorne halten können. Bei den Monoblöcken (Aktivator, Bionator etc.) sackt der Unterkiefer dagegen schnell nach hinten ab und macht diese wirkungslos. Beim Twinblock sind die verblockenden Elemente Teil des Plastikkörpers der Apparatur, die sich genau zwischen den Zahnreihen befinden und dort eine schiefe Ebene bilden.

Der Twinblock ist grundsätzlich zum ganztägigen Tragen gedacht – außer Essen und Zähneputzen – und wird oft auch wochenlang fest eingesetzt. Wenn ein behandeltes Kind das Gerät tatsächlich trägt, ist der Twinblock annähernd so effektiv wie das – Herbst-Scharnier. Leider tragen 30-50% der Kinder diese Geräte nicht wie angewiesen, so dass der Twinblock im wirklichen Leben nicht an die Wirkung der festsitzenden Apparate vom Herbst-Typ heranreicht. Trotzdem gehört er wohl zu den wenigen herausnehmbaren Zahnspangen, die man auch heute noch guten Gewissens einsetzen kann.