Verschiedene Aligner

Ausführlich erklärt und fachlich bewertet

SmileMeUp

SmileMeUp ist ein do-it-your-self-Aligner, bei dem man sich selbst zu Hause mit einem zugesendeten Abdruckset Zahnabdrücke macht, um diese an die Firma zu schicken. Die weitere Betreuung erfolgt über eine App oder – falls vorhanden – einen Partnerzahnarzt vor Ort. Wie alle do-it-your-self-Aligner ist SmilemeUp nur für einfache Behandlungen geeignet, die mit simplen kippenden Zahnbewegungen durchgeführt werden können. Das beschränkte Einsatzspektrum ergibt sich schon daraus, dass SmileMeUp ohne auf die Zähne aufgebrachte Attachments auskommen muss, so dass komplexe Zahnbewegungen wie Angulationskontrolle, Torque und Intrusion kaum möglich sind.

Ebenfalls wie alle do-it-your-self-Aligner unterbietet SmileMeUp übliche Preise in kieferorthopädischen Praxen um 30-50%. Da sich an der Produktion kaum noch etwas sparen lässt, muss natürlich an anderer Stelle eingespart werden, und das kann nur in den Praxen sein – vor allem durch Minimierung des Arztkontakts und Betreuung durch nicht spezialisierte Zahnärzte. Daraus entstehen natürlich auch eine Reihe Nachteile, die wir in unserem Warnhinweis zusammengefasst haben.

Web: smilemeup.com

Warnhinweis do-it-your-self-Aligner: Kieferorthopädische Behandlungen sind stets auch zahnmedizinische Eingriffe. Wer ist bei der do-it-your-self-Aligner-Behandlung für eine begleitende zahnmedinische Diagnostik verantwortlich? Wer kümmert sich um schlechte Füllungen/Kronen, Karies, Parodontitis und Kiefergelenkserkrankungen? Wer macht die Patienten in ihrer Zahnpflege fit, damit es nicht zu Schäden kommt? Die Betreuung findet oft nicht durch Kieferorthopäden, sondern durch nicht spezialisierte Zahnärzte statt – wer garantiert, dass diese das Spezialgebiet der Kieferorthopädie hinreichend beherrschen?

Da do-it-your-self-Aligner alle keine Attachments (kleine aufgeklebte Knöpfchen zur präzisen Verankerung) an den Zähnen verwenden, sind komplexe Zahnbewegungen mit diesen Produkten grundsätzlich ausgeschlossen. Das Ergebnis wird sein, dass die Zähne regelmäßig stark nach außen gekippt (expandiert) werden, was langfristig zu Zahnfleischrückgang und freiliegenden Zahnhälsen führen kann. Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

Die Betreuung erfolgt meist über eine App. Über eine App lässt sich weder die oft zur Platzgewinnung notwendige Schmelzreduktion machen noch lassen sich so die nach Abschluss der Behandlung zur Stabilisierung notwendigen festsitzenden Retainer aufkleben.

Patienten mit sehr einfachen Stellungsabweichungen können also mit do-it-your-self-Alignern möglicherweise etwas Geld sparen, bekommen dafür aber eine stark reduzierte Betreuung und zahlen unter Umständen mit eingeschränkter Ergebnisqualität und allen Nachteilen der Fernbetreuung. Die kieferorthopädische Behandlung der Zukunft ist das sicher nicht!

Kritische Gedanken zur do-it-yourself-Kieferorthopädie:

kevinobrienorthoblog.com/do-it-yourself-orthodontics
kevinobrienorthoblog.com/do-it-yourself-orthodontics-revisited-invisalign-and-smile-direct-club/
www.zm-online.de/usa-aligner-therapie-zum-selbermachen/

Aktuelles

Dr. Madsen im Stern vom 18.07.2019

Im Mitte Juli erschienen Nachrichtenmagazin Stern erschien ein längerer Artikel, der sich kritisch mit der kieferorthopädischen Versorgung in Deutschland auseinandersetzte. Es geht wie immer um die

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