Schlafmedizin
Das Schnarchen ist eine milde Schlafstörung, die weniger für die Betroffenen selbst, als für ihre Lebenspartner eine große Belastung sein kann. Schnarchen als solches ist keine gesundheitliche Gefahr, kann aber auch ein erstes Anzeichen für eine bedrohliche Schlafstörung sein.
Es gibt viele verschiedene Formen schwerwiegender schlafbezogener Atmungsstörungen. Die Zahnmedizin kann bei den obstruktiven Schlafapnoen Hilfe leisten. Diese gehören zu den häufigsten Schlafstörungen und finden sich bei ca. 6% der erwachsenen Bevölkerung.
Obstruktive Schlafapnoe
Bei den obstruktiven Schlafapnoen ist meistens der obere Atemweg verengt. Während des Schlafes erschlafft die Muskulatur und die Zunge sackt ab, so dass der verengte Atemweg ganz verschlossen wird. Die Betroffenen wachen dann nach einigen vergeblichen Atemzügen auf, womit der Schlaf jede Nacht vielfach unterbrochen wird. Ein erholsamer Tiefschlaf wird nicht mehr erreicht. Die Folgen sind Tagesmüdigkeit mit verringerter Leistungsfähigkeit und erhöhter Unfallgefahr durch Sekundenschlaf. Daneben können viele andere schwere gesundheitliche Störungen hervorgerufen werden.
Die Einengung des Rachenraumes durch das Zurückfallen der Zunge ist eine der Hauptursachen für die obstruktive Schlafapnoe. Die klassische Behandlung für obstruktive Schlafapnoen ist die sogenannte cPAP-Therapie, bei der die Betroffenen nachts über eine Maske mit einem Beatmungsgerät verbunden werden. Für leichte und mittelschwere Fälle bietet die Zahnmedizin die Protrusionsgeräte an. Es sind herausnehmbare Geräte, die nachts im Mund getragen werden. Mit diesen wird der Unterkiefer 5-8mm nach vorne verschoben, wodurch gleichzeitig auch die Zunge verlagert wird. Durch die Verlagerung wird eine Erweiterung des Rachenraumes bewirkt, so dass es nicht mehr zur Verlegung der Atemwege kommt.
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Normale Kieferposition: Atemweg geöffnet |
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Entspannte Kieferposition verursacht das Zurückfallen der Zunge(rot) in den Rachenraum und somit Verengung oder sogar Verschluss der Atemwege |
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Protrusionsgerät hält den Unterkiefer vorne und den Atemweg offen |
In jedem Fall sollten Patienten mit Schnarchen oder schlafbezogenen Atmungsstörungen als erstes einen Schlafmediziner (meist Lungenfachärzte) aufsuchen. Dieser kann feststellen, ob eine Schlafstörung besteht, die mit einem zahnärztlichen Protrusionsgerät günstig beeinflusst werden kann. Anschließend erst ist die Vorstellung bei einem schlafmedizisch geschulten Zahnmediziner sinnvoll. Ich habe mich schlafmedizinisch fortgebildet und bin Mitglied der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin (DGZS).
Protrusionsgeräte
Es gibt zahlreiche verschiedene Protrusionsgeräte.
In Deutschland am meisten verbreitet sind das IST-Gerät nach Hinz und die TAP-Schiene nach Thornton. Beide Geräte werden in meiner Praxis angeboten. An beide Geräte gewöhnt man sich in der Regel schnell. In den meisten Fällen kann das Schnarchen so weit reduziert werden, dass Lebenspartner wieder ungestört nebeneinander schlafen können. Leichte Fälle von Schlafapnoen können meistens sehr gut, mittelschwere Fälle immer noch mit befriedigendem Erfolg behandelt werden.
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Ein Nachteil der Protrusionsgeräte ist, dass sie bei langjähriger Anwendung die Zahnstellung verändern und zu Bissstörungen führen können. Aus diesem Grund sind sie auch nicht geeignet, wenn bereits viele Zähne verloren gegangen sind oder das Gebiss durch Parodontitis geschädigt ist.
Die Kosten für ein Protrusionsgerät liegen bei 800 Euro. Die Übernahme durch Kostenträger, besonders durch die gesetzliche Krankenversicherung, ist nicht einheitlich und muss immer im Einzelfall geklärt werden.
Weiterführende Links:
Deutsche Gesellschaft zahnärztliche Schlafmedizin
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin
Informationen zur TAP-Schiene vom Vertreiber
Verschieden weitere Informationsportale:
www.schlaf-messe.de
www.schlafapnoe-online.de
www.schlafstoerungen-online.de
www.schnarchen-online.de
www.schlafportaldeutschland.de
Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch


