Funktionsanalyse der Kiefergelenke und Kaumuskulatur

Eine kurze Funktionsanalyse der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur gehört zur Basisdiagnostik vor kieferorthopädischen Behandlungen. Zum einen müssen klinische Zeichen und Symptome Erkrankungen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur vor Behandlungsbeginn erkannt werden, um sie bei der Behandlungsplanung zu berücksichtigen. Zum anderen gibt es auch subklinische Befunde, die sich im Alltagsleben bisher nicht bemerkbar gemacht haben, die durch die Funktionsanalyse festgestellt werden können. Auch bei diesen gering ausgeprägten Zeichen und Symptomen ist es wichtig, Patient und Arzt vor Überraschungen während der Behandlung zu schützen. Dies sehen auch die wissenschaftlichen Fachgesellschaften DGZMK und DGFDT so, die in einer offiziellen Stellungnahme ausdrücklich eine geplante kieferorthopädische Behandlung als eine Indikation für eine klinische Funktionsanalyse aufführen. Diese Stellungnahme ist hier anzusehen  https://www.dgfdt.de/klinische-funktionsanalyse

 

In unseren Praxen wird daher vor und nach jeder kieferorthopädischen Behandlung eine kleine klinische Funktionsanalyse durchgeführt. Wichtig ist uns dabei, eine kleine Basisuntersuchung (ein sogenanntes Screening) durchzuführen, ohne unnötigen Aufwand zu treiben. Aufwändige Untersuchungen mit hohem Zeit- und Kostenaufwand haben bei Routinebehandlungen in der Kieferorthopädie keine Berechtigung, können aber bei Schmerzpatienten sinnvoll sein.

 

Wir orientieren uns bei der klinischen Funktionsanalyse weitgehend an den RDC/TMD (Research Diagnostic Criteria for TMD) bzw. an den von diesen abgeleiteten DC/TMD. Diese sind ein wissenschaftlich sehr gut validierte Diagnostikverfahren und werden weltweit angewendet. Informationen zu den RDC/TMD und den DC/TMD sind hier anzusehen https://ubwp.buffalo.edu/rdc-tmdinternational/