Dysgnathiechirurgie

Bei ausgeprägten Stellungsabweichungen der Kiefer, z.B. dem extremen Rückbiss des Unterkiefers mit fliehendem Kinn, reicht eine übliche kieferorthopädische Behandlung mit einer Zahnspange allein nicht aus. In diesen Fällen wird die kieferorthopädische Behandlung von einem kieferchirurgischen Eingriff ergänzt, bei dem ein oder beide Kiefer gelöst und versetzt werden. Diese Eingriffe bezeichnet man als Dysgnathiechirurgie.

Die dysgnathiechirurgischen Operationen sind seit 1970 entwickelt und ständig verbessert worden. Kieferorthopäden, die hauptsächlich Kinder mit herausnehmbaren Plastik-Zahnspangen versorgen, sind bei diesen anspruchsvollen Behandlungen oft überfordert. In unserer Praxis herrscht große Routine bei der Vorbereitung zur Dysgnathiechirurgie. Bei diesen Behandlungen ist besonders umfassende Aufklärung und Behandlungsplanung und großes Geschick im Umgang mit der festen Zahnspange notwendig. Wir betreuen stets mehrere erwachsene Patienten in Vor- oder Nachbereitung zu diesen kieferchirurgischen Eingriffen in unseren Praxen in Mannheim und Ludwigshafen.

Die Zusammenarbeit mit den von uns bevorzugten Kieferchirurgen (Uniklinik Heidelberg und Dr. Zoder, Heidelberg) klappt reibungslos, und wir sind bei diesen Kollegen ein respektierter Partner. Das verhält sich leider nicht immer und überall so, und eine schlechte Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäde und Kieferchirurg ist bei der Dysgnathiechirurgie nachteilig für Behandlungsverlauf und -ergebnis. Wir bieten Ihnen die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche interdisziplinäre Behandlung.

Ein wichtiger Schritt in der Behandlungsplanung ist stets die vorherige Simulation der Behandlungsergebnisse. Dafür werden zunächst auf dem Bildschirm Überlagerungen der Röntgenbefunde und der seitlichen Portraitfotos gemacht. In Sekundenschnelle können dann die seitlichen Portraitfotos verändert werden zur Simulation verschiedener Behandlungsmöglichkeiten. Dabei kann man gut vergleichen, ob ein Eingriff in einem oder in beiden Kiefern ein schöneres Resultat ergibt, oder ob ein Kiefer besser mehr oder weniger verlagert werden sollte.

Da es hier um Ästhetik geht, ist es entscheidend, dass die Patienten intensiv einbezogen werden. Sie müssen später mit dem Resultat leben, und vor allem ihnen soll das angestrebte Ergebnis gefallen. Sehr gut ist auch, Lebenspartner oder nahe Angehörige zur Beratung mitzunehmen, die die Patienten bei der Entscheidungsfindung unterstützen können. Die Behandlungssimulation ermöglicht uns die weltweit führende kieferorthopädische Software Quick Ceph (www.quickceph.com), die von einem in den USA arbeitenden deutschen Kieferorthopäden entwickelt wurde.

Risiken

Wie alle chirurgischen Eingriffe hat die Dysgnathiechirurgie allgemeine Risiken wie Nachblutungen, Entzündungen und das Narkoserisiko. Verlagerungen des Oberkiefers haben darüber hinaus keine speziellen Risiken, die zu bedenken wären.
Bei Verlagerungen des Unterkiefers bestehen zwei besondere Risiken: einerseits kommt es gelegentlich zu Schädigungen des Unterkiefernerven, der die Zähne, die Unterlippe und einen Teil des Kinns mit Gefühl versorgt, andererseits auch zu Schädigungen der Kiefergelenke. Sehr oft ist die maximale Kieferöffnung auch ein Jahr nach Behandlungsabschluss noch um 1/3 eingeschränkt. Nicht bedroht ist dagegen die Innervation der Gesichtsmuskulatur, deren Nerven nicht durch das Operationsgebiet ziehen.
Größere Schädigungen mit Beeinträchtigung der Lebensqualität sind jedoch recht selten und im unteren, einstelligen Prozentbereich. Die Risiken tragen weder der Kieferchirurg noch der Kieferorthopäde, sondern nach erfolgter Aufklärung allein der Patient. Wir drängen deshalb bei Dysgnathiechirurgie niemals von uns aus zur Aufnahme einer Behandlung, sondern sehen uns mehr als Berater und Helfer bei der Entscheidungsfindung. Nur wer gut aufgeklärt ist und es wirklich will, sollte Behandlungen mit Dysgnathiechirurgie beginnen.

Gesamtbewertung

Es gibt keine andere Behandlungsform in der Kieferorthopädie, die regelmäßig so stark positive Veränderungen bewirkt, wie die Kombination mit der Dysgnathiechirurgie. Selbst als erfahrener Kieferorthopäde ist man immer wieder begeistert von den Ergebnissen! Da die Behandlungen fast immer mit einer festsitzenden Zahnspange erfolgen und die größte Bewegung durch den Chirurgen erfolgt, sind die Behandlungszeiten in unserem Haus meistens erstaunlich kurz. In unseren Praxen in Mannheim und Ludwigshafen benötigen wir in der Regel nur zwischen 12 und 15 Monate für die gesamte aktive Behandlung. Aus anderen Praxen hört man dagegen von wesentlich längeren Behandlungszeiten – das liegt an unserer großen Erfahrung mit diesen Behandlungen, vor allem aber am Willen unserer Kieferorthopäden, mit hoher Effizienz zu arbeiten.

Der ästhetische, oft auch der funktionelle Aspekt können in einzelnen Fällen überwältigend sein, zumal oft auch die Atmung, der Mundschluss und die Schlafqualität wesentlich verbessert werden. Am Ende stellen wir allen diesen Patienten die entscheidende Frage: Würden Sie es wieder tun? Diese Frage wird von den meisten unserer Patienten entschieden mit ja beantwortet.

Weitere Informationen über Dysgnathiechirurgie

Unsere Praxen in Mannheim und Ludwigshafen arbeiten für die Dysgnathiechirurgie meistens mit der Uniklinik Heidelberg oder mit dem Kieferchirurgen Dr. Zoder in Heidelberg zusammen. Dr. Zoders Website finden Sie hier https://www.mkg-heidelberg.com/

Die Website der Kieferchirurgie der Uni Heidelberg finden Sie hier https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/

Die kieferchirurgische Abteilung der Uniklinik Heidelberg hat eine gute Informationsbroschüre über Dysgnathiechirurgie, die Sie hier herunterladen können:

Download PDF

Die britische Kieferorthopädengesellschaft BOS bietet auf ihrer Website umfangreiche Informationen zur Dysgnathiechirurgie an. Besonders interessant sind Filme von 14 verschiedenen Patienten, die ausführlich selbst zu Wort kommen. Dies ist ehrliche, objektive Information, aber leider nur in englischer Sprache. In deutscher Sprache ist uns keine ähnlich gute Quelle bekannt.

https://www.bos.org.uk/Public-Patients/Your-Jaw-Surgery1

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