Unsichtbare Zahnspange – Lingualtechnik
Viele erwachsene Patienten akzeptieren keine auf den Außenseiten der Zähne angebrachten, beim Sprechen sichtbaren Zahnspangen. Der Wunsch schon während der Behandlung gut auszusehen, lässt sich mit der Lingualtechnik erfüllen. Die linguale Zahnspange ist tatsächlich die einzige wirklich unsichtbare Behandlungsmethode, denn die herausnehmbaren Aligner sind nicht vollständig unsichtbar.
Um auch diesen anspruchsvollen Patienten kieferorthopädische Behandlung zu ermöglichen, fingen einige Kieferorthopäden in den USA um 1975 an, eine von außen vollständig unsichtbare, auf der Innenseite der Zähne angebrachte Zahnspange zu entwickeln. Die Resultate waren damals nicht immer ermutigend, da die Apparaturen nicht ausgereift waren und es an guter Ausbildung mit der nicht einfachen Technik fehlte. Damals wurde in der Branche gespottet „invisible appliance – invisible results!“ (unsichtbare Zahnspange – nicht vorzeigbare Ergebnisse!). Nach über 40 Jahren stetiger Weiterentwicklung der lingualen Zahnspangen sieht es inzwischen ganz anders aus, so dass die Lingualtechnik heute eine vollwertige Alternative zu einer üblichen festsitzenden Zahnspange auf der Außenseite der Zähne ist.
Incognito und WIN – individualisierte Lingualtechnik
Seit 2004 steht die extrem flache und komfortable Incognito-Zahnspange zur Verfügung. Incognito war die erste vollständig individualisierte, d.h. individuell für jeden einzelnen Patienten hergestellte und voll programmierte Lingualapparatur, was eine enorme Verbesserung der Lingualtechnik bedeutete. Entwickelt wurde Incognito von Dr. Wiechmann, der Incognito später an den 3M-Konzern verkauft hat und 2013 das linguale WIN-Bracket auf den Markt brachte. Die WIN-Apparatur sieht Incognito auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich, hat jedoch verbesserte Eigenschaften. Die WIN-Apparatur hat sich inzwischen zur weltweit führenden Lingualapparatur entwickelt. Im Jahr 2023 hat WIN ein selbsligierendes Lingualbracket auf den Markt gebracht – wie man die Firma kennt, ist es wohl das erste wirklich funktionierende Lingualbracket auf dem Markt! Durch die individualisierte, gleichzeitig präzise und mechanisch belastbare Bauart von Incognito und WIN sind die meisten Probleme der älteren lingualen Zahnspangen gelöst. Es gibt daher kaum noch Sprachprobleme, wenig Komforteinschränkungen und nur noch sehr wenig abgebrochene Brackets. Wir arbeiten in unserer Praxis in Mannheim ausschließlich mit WIN-Brackets, können aber Behandlungen mit allen anderen üblichen Systemen übernehmen.
Dr. Madsen hat die Lingualtechnik mit viel Zeitaufwand systematisch gelernt und gibt diese Kenntnisse an die jüngeren Ärzte weiter. Bereits 1999 war Dr. Madsen Teilnehmer des Jahresprogramms bei Dr. Fillion in Paris, der damals einer der erfahrensten Lingual-Kieferorthopäden überhaupt war und ein hervorragendes Weiterbildungsprogramm anbot. Die ersten Behandlungen mit Lingualtechnik in unserer Praxis wurden alle mit der ORMCO 7. Generation-Apparatur durchgeführt. Die Arbeit mit der Incognito-Zahnspange, die wir als beta-Tester schon vor ihrer Markteinführung verwendet habe, haben wir von ihrem Entwickler, Dr. Wiechmann aus Bad Essen, gelernt, ebenso die Anwendung der WIN-Apparatur. Dr. Wiechmann ist der Kieferorthopäde mit den meisten abgeschlossenen lingualen Behandlungen weltweit und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Artikel zur Lingualtechnik. Zur Weiterbildung in der Lingualtechnik hat Dr. Madsen an seinen Kursen teilgenommen und mehrfach in seiner Praxis hospitiert.
Wir als Kieferorthopäden wissen: Mit der Lingualtechnik können heute fast alle Zahnfehlstellungen mit exzellenten Resultaten behandelt werden. Technische Einschränkungen wie bei Invisalign, einer herausnehmbaren, transparenten Zahnspange, gibt es praktisch nicht. Die Komforteinschränkung ist gegenüber der normalen, außen angebrachten Zahnspange geringfügig erhöht, aber nach einer Adaptationsphase von einigen Wochen haben Erwachsene in der Regel keine nennenswerten Probleme mit der lingualen Zahnspange. Die Behandlungszeiten sind in unserer Praxis in Mannheim nur etwa 20% länger als mit der normalen, sichtbaren Zahnspange, die Resultate sind dafür qualitativ gleich gut.
Kosten
Die Kosten für kieferorthopädische Behandlungen mit der Lingualtechnik sind in unserer kieferorthopädischen Praxis in Mannheim 50-60% höher als mit üblicher Technik mit sichtbaren Brackets. Die Mehrkosten werden in der Regel von keiner Versicherung, auch keiner privaten Krankenversicherung, übernommen. In unserer Praxis bieten wir aber auch Ratenzahlung an, was die Behandlung wieder erschwinglich machen kann.
Weitere Informationen über linguale Kieferorthopädie finden Sie unter
- www.lingualsystems.de Webpage von 3M-Unitek, dem Hersteller von Incognito
- www.lingualtechnik.de Webpage von WIN
- www.dglo.de Webpage der deutschen Gesellschaft für linguale Orthodontie
- www.madsen.de/lingualtechnik Dr. Madsens eigene Webpage zur Lingualtechnik – umfassend und frei von Werbung
Dr. Madsen hat 2004 einen auch heute noch lesenswerten Übersichtsartikel über die Lingualtechnik veröffentlicht, der hier herunterladbar ist: Download PDF
Häufig gestellte Fragen
Welche Vorteile bietet die Lingualtechnik im Vergleich zu herkömmlichen Zahnspangen?
Die Lingualtechnik bietet im Vergleich zu herkömmlichen Zahnspangen signifikante Vorteile bei Ästhetik und Effektivität. Der größte Nutzen der lingualen Zahnspange liegt in ihrer vollständigen Unsichtbarkeit, da die Brackets auf der Zahninnenseite befestigt werden. Im Gegensatz zu herausnehmbaren Alignern ist sie optisch überhaupt nicht wahrnehmbar, was besonders erwachsenen Patienten maximale Ästhetik im Alltag garantiert. Ein weiterer Vorteil ist das breite Behandlungsspektrum, denn mit der Lingualtechnik lassen sich nahezu alle Zahnfehlstellungen ohne technische Einschränkungen korrigieren. Zudem liefert diese Methode qualitativ exzellente Resultate. Ein medizinischer Pluspunkt ist das geringere Kariesrisiko, da die Zahninnenseite durch den ständigen Speichelfluss besser geschützt ist als die Außenfläche. Trotz einer kurzen Eingewöhnungsphase bietet sie somit eine kompromisslose Kombination aus unsichtbarer Ästhetik und präziser Funktion.
Für wen ist eine linguale Zahnspange nicht geeignet?
Eine linguale Zahnspange ist nicht geeignet für Patienten, die ein sehr schnelles Behandlungsergebnis anstreben oder nur über ein begrenztes Budget verfügen. Da die Lingualtechnik durch die maßgefertigte Laborarbeit und den hohen kieferorthopädischen Aufwand kostenintensiver ist und die Behandlungszeit im Vergleich zu sichtbaren Zahnspangen etwas länger dauert, erfordert diese Methode finanzielle Bereitschaft sowie persönliche Geduld. Eine linguale Zahnspange ist zudem nicht geeignet für Patienten mit extrem kurzen Zahnkronen, da die Innenseiten der Zähne in diesem Fall zu wenig Fläche bieten, um die Brackets sicher zu befestigen. Auch bei einem sehr tiefen Biss, bei dem die oberen Schneidezähne beim Zusammenbeißen sehr weit über die unteren Zähne ragen, ist die Lingualtechnik oft ungeeignet, weil die Zähne sonst ständig auf die inneren Brackets schlagen würden. Zudem ist die Methode bei Patienten mit unzureichender Mundhygiene oder schweren, unbehandelten Zahnbetterkrankungen wie Parodontitis kontraindiziert. Auch wer unter starkem nächtlichen Zähneknirschen leidet, läuft Gefahr, die filigranen Apparaturen auf der Zahninnenseite zu beschädigen.
Wie lange dauert die Behandlung mit einer unsichtbaren Zahnspange (Lingualtechnik)?
Die Behandlung mit einer unsichtbaren Zahnspange (Lingualtechnik) dauert in unserer Praxis in Mannheim im Durchschnitt nur etwa 20% länger als mit einer herkömmlichen, sichtbaren Zahnspange. Bei rein ästhetischen Frontzahnkorrekturen beträgt die Behandlungszeit mit einer lingualen Zahnspange meist nur rund 7 bis 10 Monate. Komplexe Zahnkorrekturen inklusive einer Bisskorrektur beanspruchen hingegen durchschnittlich 22 bis 29 Monate. Eine präzise Behandlungsdauer hängt jedoch immer individuell von der Ausgangssituation und der Behandlungsplanung ab. In unserer modern arbeitenden Praxis streben wir stets eine möglichst kurze Behandlungszeit an, um die Belastungen für unsere Patienten zu minimieren.
Was kostet eine Behandlung mit der Lingualtechnik?
Was eine Behandlung mit der Lingualtechnik kostet, hängt vom Umfang der Fehlstellung ab, wobei die Gesamtkosten in unserer kieferorthopädischen Praxis in Mannheim etwa 50 bis 60 Prozent höher liegen als bei herkömmlichen, sichtbaren Brackets. Die anfallenden Mehrkosten bewegen sich je nach Alter, Versicherung und Behandlungsnotwendigkeit im Bereich von 6000 € und 10000 €. Für diese unsichtbare Methode werden in der Regel von keiner gesetzlichen Krankenkasse und meist auch nicht von privaten Krankenversicherungen übernommen. Um die Investition in Ihr Lächeln dennoch einfach zu gestalten, bieten wir in unserer Praxis flexible Ratenzahlung an.
Schmerzen und Eingewöhnung: Wie lange dauert die Umstellung bei einer lingualen Zahnspange?
Die Umstellung bei einer lingualen Zahnspange dauert in der Regel nur einige Wochen, bis sich Zunge und Mundraum vollständig an die neue Situation gewöhnt haben. Da die Brackets auf der Zahninnenseite angebracht sind, ist die Komforteinschränkung im Vergleich zu einer außen sichtbaren Zahnspange anfangs geringfügig erhöht. In den ersten Tagen können leichte Schmerzen, Druckgefühle sowie temporäre Beeinträchtigungen beim Sprechen oder ein Lispeln auftreten. Auch das Kauen fester Nahrung erfordert anfangs etwas Geduld. Nach dieser kurzen Adaptationsphase von etwa zwei bis vier Wochen haben Patienten jedoch meist keine nennenswerten Probleme mehr im Alltag. Die Zunge gewöhnt sich schnell an den verringerten Platz, sodass Schmerzen und Sprachprobleme zügig vollständig abklingen.
