Kieferorthopädie: zu viel, zu früh, zu lang!

Kieferorthopädie: zu viel, zu früh, zu lang! In Deutschland werden mit zwei Dritteln jedes Jahrgangs deutlich zu viele Kinder kieferorthopädisch behandelt. Die kieferorthopädischen Behandlungen werden darüber hinaus meistens zu früh begonnen und mit veralteten herausnehmbaren Apparaten durchgeführt. Die kleinen Patienten büßen dafür mit Behandlungszeiten, die in Deutschland etwa doppelt so lang sind, wie sie sein müssten; Eltern und Krankenversicherungen müssen dafür unnötig hohe Kosten tragen. Über diese Missstände erschien ein Interview mit Dr. Madsen in der Frauenzeitschrift Brigitte Ausgabe 13/2017

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Braucht mein Kind wirklich eine Zahnspange?

In Deutschland werden viel zu viele Kinder – fast zwei Drittel jedes Jahrgangs – kieferorthopädisch behandelt. Noch schlimmer ist aber: die Behandlungen werden meist viel zu früh, nämlich bereits im Grundschulalter, begonnen und zu einem großen Teil mit unnötigen und veralteten herausnehmbaren Zahnspangen durchgeführt. Aus diesem Grund dauern kieferorthopädische Behandlungen in Deutschland auch annähernd doppelt so lang wie in vergleichbaren Ländern. Über diese notorischen Missstände hat die Brigitte Mom ein Interview mit Dr. Madsen geführt, das im Mai 2017 veröffentlicht wurde.

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Kieferorthopädie: aggressives Marketing und ineffiziente Behandlung

Zusammenfassung meines Vortrags auf dem Kongress des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Reutlingen am 29.04.2016, veröffentlicht in der Zeitschrift Zahnärztlicher Gesundheitsdienst. In Deutschland werden fast 70% aller Jugendlichen kieferorthopädisch behandelt, was international ein extremer Spitzenwert ist. Es wird diskutiert, wie die deutschen Kieferorthopäden dazu beitragen. International auffällig sind auch die in Deutschland üblichen, überlangen Behandlungszeiten, was ebenso an Hand von Studien diskutiert wird. Es erweist sich eine massive Über- und Fehlversorgung in der deutschen Kieferorthopädie.

Kieferorthopädie: aggressives Marketing und ineffiziente Behandlung. Zahnärztlicher Gesundheitsdienst 2/2016, S. 8-10

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Randomisierte, kontrollierte Studien

Randomisierte, kontrollierte Studien sind seit einigen Jahrzehnten der Goldstandard zur Bewertung von Therapieeffekten in der Medizin. Diese Studien geben uns die genauesten und verlässlichsten Antworten auf klinische Fragestellungen. Unglücklicherweise hinkt die Zahnmedizin in dieser Hinsicht deutlich hinterher, und besonders in der Kieferorthopädie gibt es noch viele konservative Kollegen die die Notwendigkeit von Studien mit solch hohem Standard bestreiten. Als im European Journal of Orthodontics im Spätjahr 2015 viele alte Argumente gegen RCTs in der Kieferorthopädie erschienen, habe ich einen kritischen Leserbrief eingereicht. Aus Gründen des Copyrights hier nur ein Eindruck, aber leider kein herunterladbares pdf-Dokument. European Journal of Orthodontics, March 2016. Electronic publication ahead of print. 

madsen2016

Benötigen wir ein Ceph zur Behandlungsplanung?

In der Kieferorthopädie werden oft sechs Schädelaufnahmen für eine einzige Behandlung angefertigt, manchmal auch mehr. Besonders der häufige Einsatz des seitlichen Schädelröntgens, des Ceph (oder FRS) ist hier kritisch zu hinterfragen. In diesem Artikel wird gezeigt, dass das Ceph als diagnostisches Mittel niemals wirklich validiert wurde, sein Nutzen also fraglich ist. In diagnostischen Studien konnte mehrfach gezeigt werden, dass Kieferorthopäden das Ceph zwar anfordern, es aber kaum Einfluss auf die Behandlungsplanung hat. Dieser Artikel soll Anlass zu einem Umdenken bezüglich des Ceph in der Kieferorthopädie geben: wir könnten wesentlich weniger röntgen!

Informationen aus Orthodontie und Kieferorthopädie 2015, Bd. 47, S. 231-233

Zu viel, zu früh, zu lang, zu schlecht: die deutsche Kieferorthopädie im Licht der Versorgungsforschung

Ein zusammenfassender Artikel über spezifische Mängel in der deutschen Kieferorthopädie. Leider erscheinen diese Mängel, wie der oft zu frühe Behandlungsbeginn und die die unsinnig langen Behandlungszeiten als nahezu unausrottbar. Einerseits aus der landestypischen Tradition, andererseits aus finanziellen Gründen müssen deutsche Kinder wohl noch lange Zeit eine rückständige Behandlungsweise hinnehmen.

Die deutsche Kieferorthopädie im Licht der Versorgungsforschung: Zu viel, zu früh, zu lang, zu schlecht Dental Tribune German Edition Teil 1 (2015/10), sowie Teil 2 (2015/11)

Download Teil 1 als PDF: Dental Tribune German Edition 2015/10 S. 28-29

Download Teil 2 als PDF: Dental Tribune German Edition 2015/11 S. 28-29

Kieferorthopädie in Deutschland: aggressives Marketing und ineffiziente Behandlung

Ein Artikel mit zwei wichtigen Themen: erstens die unehrliche Vermarktung kieferorthopädischer Behandlungen mit angeblichen gesundheitlichen Gewinnen, die aber wissenschaftlich kaum belegt sind; und zweitens die in Deutschland im internationalen Vergleich auffällige kieferorthopädische Behandlung. In Deutschland werden mehr Kinder behandelt als in irgendeinem anderen großen Industriestaat, die Behandlungen dauern nirgendwo so lang wie hier, und die Ergebnisqualität ist im Vergleich eher mäßig. Die Gründe dafür sind ungewöhnlich früher Behandlungsbeginn im Wechselgebiss und die verbreitete Verwendung veralteter, herausnehmbarer Apparate. All diese nationalen Auffälligkeiten lassen sich gut anhand veröffentlichter Studien nachweisen.

Kieferorthopädie in Deutschland: Aggressives Marketing und ineffiziente Behandlung. Forum für Zahnheilkunde 2014;121:6-12 (Download PDF)

Missstände und Probleme in der deutschen Kieferorthopädie

Wir finden, dass in der deutschen Kieferorthopädie einiges im Argen liegt: es wird einfach zu viel behandelt, die Behandlungszeiten sind im internationalen Vergleich viel zu lang, bei den Kindern wird regelmäßig zu früh begonnen und zu viel mit den meist veralteten herausnehmbaren Zahnspangen gearbeitet. Die deutsche Kieferorthopädie ist deshalb international ein etwas merkwürdiger Sonderfall – und das sollte nicht so sein! Wir haben die kritischen Punkte in einem Artikel zusammengefasst.

Missstände und Problem in der deutschen Kieferorthopädie. Forum für Zahnheilkunde – Zeitschrift des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde und des Berufsverbandes der Allgemeinzahnärzte 2014, Bd. 33, Nr. 118, S. S. 11-15

Download des Artikels im Forum für Zahlheilkunde 118, März 2014 (.pdf)

Für einen breitflächigen Behandlungsbeginn im Wechselgebiss gibt es heute keine wissenschaftliche Rechtfertigung mehr

Die ZahnarztWoche 2014 (3), S. 3-4

Nachdem Dr. Madsen im November in Spiegel Online, im Dezember in der Welt am Sonntag mit kritischen Äußerungen über die deutsche Kieferorthopädie zitiert wurde, erschien eine gemeinsame Stellungnahme des BDK (Berufsverband der deutschen Kieferorthopäden, die wirtschaftliche Interessenvertretung des Berufsstandes) und der DGKFO (wissenschaftliche Fachgesellschaft der Kieferorthopädie), in der u.a. ausgeführt wird, der Kritiker sei vor allem daran interessiert, Patienten in seine Praxis zu lenken – auf die Sache wird dagegen wenig oder nur schlecht begründet eingegangen. Die DZW bot DR. Madsen die Gelegenheit, eine Stellungnahme zur Sache abzugeben.

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