Herausnehmbare oder feste Zahnspange?

Herausnehmbare oder festsitzende Zahnspangen sind meistens keine echte Alternative, denn die Apparate haben eine sehr unterschiedliche Leistungsfähigkeit.

Mit herausnehmbaren Geräten dauern die Behandlungen in der Regel viel länger, und es können oft nur unbefriedigende Kompromissergebnisse erreicht werden, weil viele Zahnbewegungen mit diesen Zahnspangen schwierig oder gar unmöglich sind. Dazu sind die herausnehmbaren Zahnspangen für die Patienten belastend, weil sie beim Sprechen hinderlich sind, und werden daher meistens nicht ausreichend getragen. Es ist in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen worden, dass klassische herausnehmbare Zahnspangen von jungen Patienten nicht mehr als 10 Stunden getragen werden, während meistens 16 Stunden notwendig wären. Es ist daher nicht verwunderlich, dass zwischen einem Drittel und zwei Drittel der Behandlungen mit herausnehmbaren Zahnspangen mit Abbruch oder Misserfolg enden, und das oft nach jahrelanger, frustrierender Behandlung. Teuer und unwirtschaftlich ist die herausnehmbare Zahnspangen vor diesem Hintergrund natürlich auch noch! Eigentlich kann das niemand wollen: höhere Belastung, längere Behandlungszeit, schlechtere Ergebnisse, höhere Kosten – vor diesem Hintergrund ist es schon fast ein Rätsel, warum es herausnehmbare Spangen überhaupt noch gibt!

Des Rätsels Lösung ist einerseits die in Deutschland oft schlechte Ausbildung der Kieferorthopäden, die sich oft immer noch an alten deutschen Vorstellungen aus den dreißiger bis sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts orientiert. Während sich dieses Problem mit dem Abtreten älterer Hochschullehrer langsam löst, bleibt andererseits unsere unsinnige Gebührenordnung, die lange Behandlungen mit herausnehmbaren Zahnspangen besser honoriert als die kurzen und intensiven Behandlungen mit festen Zahnspangen. Es ist klar, dass hier eine Fehlsteuerung von knappen Mitteln des Gesundheitswesens betrieben wird – zu Lasten der Beitragszahler und der kleinen Patienten.

Aus den genannten Gründen ist die Behandlung mit festsitzenden Zahnspangen heute Standard: festsitzende Zahnspangen führen zu geringer Belastung, kürzerer Behandlungszeit und konstant guten Ergebnissen. Lediglich die Behandlung von ausgeprägten Rückbissen mit großem Schneidezahnüberbiss bei Kindern ist bei uns ein letztes Einsatzgebiet für eine herausnehmbare Zahnspange – aber auch wirklich nur eine, nicht eine ganze Serie davon! In der Erwachsenenbehandlung, und immer, wenn ein ästhetisch und funktionell bissperfektes Ergebnis in kürzestmöglicher Zeit gewünscht wird, sind die festsitzenden Zahnspangen unersetzlich. Einzige Ausnahme bei Jugendlichen und Erwachsenen ist wiederum das Invisalign-Verfahren.

In unserer Praxis wird als Standardapparatur die fortschrittliche SPEED-Apparatur (feste Zahnspange) eingesetzt. Die Speed-Apparatur ist miniaturisiert: es sind die kleinsten selbstligierenden Brackets auf dem Markt. Speed-Brackets sind nicht nur ästhetischer, sondern vor allem leichter zu reinigen und damit hygienisch besser als herkömmliche Brackets. Bei den Speed-Brackets ist kein kleines Gummi notwendig, um den umlaufenden Draht festzuhalten, sondern die Brackets haben dazu ein eingebautes Metalltürchen. Diese Eigenschaft als selbstligierendes Bracket ermöglicht sehr effektive und komfortable Behandlungen.

Für die anspruchsvollsten unserer Patienten, die es sich nicht leisten können, mit auf den Zähnen sichtbaren kieferorthopädischen Zahnspangen öffentlich aufzutreten, bieten wir die vollständig unsichtbare Behandlung mit einer auf der Innenseite der Zähne angebrachten festsitzenden Zahnspange an, die so genannte Lingualtechnik. Ästhetisch, aber nicht vollständig unsichtbar ist das Invisalign-Verfahren, das mit durchsichtigen, herausnehmbaren Folien durchgeführt wird und sich für einfache bis mittelschwere Behandlungen eignet. Sowohl bei der Lingualtechnik als auch bei Invisalign waren wir unter den ersten Anbietern in Deutschland.