Festsitzende kieferorthopädische Apparatur ist effizienter und wirtschaftlicher

Ein häufiger kieferorthopädischer Befund ist der schmale Oberkiefer mit dem einseitigen Kreuzbiss des Unterkiefers, der dann einige Millimeter zu einer Seite abweicht. Kieferorthopäden behandeln diesen Befund mit einer Verbreiterung des Oberkiefers, die sowohl mit herausnehmbaren als auch mit festsitzenden Apparaten unternommen werden kann. In einer hochwertigen Studie mit Randomisierung haben die Autoren beide Methoden verglichen und ebenso untersucht, ob die Behandlung bei Allgemeinzahnärzten oder bei Kieferorthopäden wirtschaftlicher war. Am erfolgreichsten war die Behandlung mit fester Apparatur bei Kieferorthopäden, die 100% der Kinder erfolgreich behandelten. Zahnärzte erreichten mit der festen Apparatur dagegen nur eine Erfolgsquote von 85%. Mit der herausnehmbaren Apparatur erreichten sowohl die Zahnärzte als auch die Kieferorthopäden Erfolgsquoten von etwa 65%. Die feste Apparatur war also in jedem Fall zuverlässiger und sicherer als die herausnehmbare.

Wenig überraschend stellten die Autoren auch fest, dass die festsitzende kieferorthopädische Apparatur zur Erweiterung des Oberkiefers auch deutlich wirtschaftlicher war als die herausnehmbare. Nur am Rande sei erwähnt, dass auch hier die spezialisierten Kieferorthopäden besser abschnitten als die Zahnärzte, für die die Kieferorthopädie nur ein kleiner Teilbereich ihrer Tätigkeit ist.

Im Hinblick auf Erfolg und Wirtschaftlichkeit ist es daher am Besten, einen seitlichen Kreuzbiss mit einer festsitzenden Apparatur vom Kieferorthopäden korrigieren zu lassen. Herausnehmbare kieferorthopädische Behandlungsversuche scheitern zu einem Drittel und verursachen höhere Kosten, nicht zuletzt durch notwendige Zweitbehandlungen. Dies ist auch der Grund, warum wir in unseren Praxis in Mannheim überwiegend mit festsitzenden kieferorthopädischen Apparaten behandeln.

Sollenius O, Petren S, Bondemark L. An RCT on clinical effectiveness and cost analysis of unilateral posterior crossbite with functional shift in specialist and general dentistry. Eur J Orthod 2020;42: S. 44-51

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