Nach abgeschlossener kieferorthopädischer Behandlung haben die Frontzähne eine lebenslang anhaltende Neigung zum Rückfall in die alte Zahnstellung. Damit es nicht zum Rückfall kommt, bedarf es nach der aktiven Behandlung einer dauerhaften Stabilisierung vor allem der Frontzähne. Die Retention nach der Behandlung dauert vernünftigerweise lebenslang!
Als Retainer (von engl. to retain – festhalten, stabilisieren) werden alle Vorrichtungen bezeichnet, die nach einer kieferorthopädischen Behandlung zur Stabilisierung der Zahnstellung eingesetzt werden. Es gibt festsitzende und herausnehmbare Retainer.
Festsitzende Retainer
Festsitzende Retainer sind meistens dünne Metalldrähte, die von außen unsichtbar auf der Innenseite der Frontzähne aufgeklebt werden und dort lebenslang verbleiben können. Vorteile sind die Zuverlässigkeit, der Komfort und letzten Endes auch die Wirtschaftlichkeit. Nachteil eine leichte Erschwerung der Mundhygiene und gelegentlicher Bruch einzelner Klebungen. Die traditionell für feste Retainer verwendeten geflochtenen Stahldrähte habe darüber hinaus einen ärgerlichen Nachteil: Sie können gelegentlich ungewollte Zahnbewegungen verursachen. Dieses Problem tritt nicht mehr auf, wenn die festen Retainer 3D-gefräst werden, wie der Prime4me-Retainer von Dentaurum. Der Prime4me-Retainer wird aus Titan Grad 5 hergestellt, einer Legierung, die auch für Implantate verwendet wird.
Herausnehmbare Apparaturen als Retainer
Als herausnehmbare Retainer werden Plattenapparaturen oder tiefgezogene, transparente Plastikschienen verwendet, gelegentlich auch Positioner. In einigen Fällen können als Retainer auch bimaxilläre Apparate vom Typ des Aktivators eingesetzt werden.
Herausnehmbare Retainer sind hygienisch leicht vorteilhaft, aber auch unzuverlässiger, da sie oft nicht ausreichend getragen werden oder zur Unzeit verloren gehen können. In Fällen, bei denen die Frontzähne vor der Behandlung sehr stark verdreht standen, nützt alleine nachts tragen oft auch nicht. Die losen Retainer müssten zumindest anfänglich auch tags getragen werden – das ist aber eine unrealistische Vorstellung, das macht kaum ein Patient! Dazu verschleißen sie im Lauf der Jahre und müssen schon aus hygienischen Gründen periodisch ersetzt werden – und das kann bei lebenslanger Retention teuer werden.
Gerade heranwachsende Patienten haben nach dem Abschluss der aktiven Behandlung oft andere Dinge im Kopf als das zuverlässige Tragen herausnehmbarer Retainer. Das klassische Unglück ist schon nach wenigen Wochen unzuverlässigen Tragens ein weitgehender Rückfall der Frontzähne und schlecht passende herausnehmbare Retainer. Oft sind dann erneute – und teure – Behandlungsmaßnahmen nötig, um die Sache zu retten, und danach wieder neue herausnehmbare Retainer. Das führt zu Frustration auf allen Seiten und oft hohen Kosten.
Vorteil für die festsitzende Variante
Festsitzende Retainer können dagegen über viele Jahre im Mund verbleiben, so dass sie meistens auch wirtschaftlich die bessere Lösung sind. Vor allem gelingt das wichtigste, nämlich die Zähne über Jahre gerade zu halten, mit festsitzenden Retainern zuverlässiger.
Präzise Anpassung der Retainer
Leider sieht man immer wieder klobige, unkomfortable festsitzende Retainer, die nicht selten halb über den Zahnfleischrand geklebt sind und eine gute Zahnpflege unmöglich machen. Wir lassen aus diesem Grund die festsitzenden Retainer nach einem Scan 3D-fräsen. Diese Retainer liegen mit früher unerreichbarer Präzision spaltfrei den Innenflächen der Frontzähne an, egal wie zerklüftet deren Form ist. In einigen Fällen, vor allem wenn es sehr eilig ist, lassen wir Retainer auch nach Abdrucknahme im zahntechnischen Labor vorfertigen. Die sauber an die Innenflächen der Zähne angepassten Retainer werden dann mit einer Setzhilfe aus Silikon präzise im Mund positioniert.
Werden feste Retainer aus geflochtenen Stahldrähten nicht präzise im Labor am Gipsmodell vorgebogen, sondern direkt am Patienten adaptiert, kommt es nicht selten dazu, dass der elastische Retainerdraht unter Spannungen aufgeklebt wird. Diese Spannungen sind zwar gering, so dass die Patienten sie nicht bemerken. In vielen Fällen sind sie aber groß genug, um ganze Zahnwurzeln aus dem Kieferknochen heraus zu bewegen. Solche Unfälle lassen sich mit sauberer Arbeit weitgehend vermeiden, können in geringem Umfang aber auch bei absoluter Sorgfalt vorkommen: in diesen Fällen ist es einfach eine nachteilige Eigenschaft der geflochtenen Stahldrähte. Mit 3D-gefrästen Titanretainern wie dem Prime4me ist dieses Problem aber endgültig gelöst.